
Der Klang, der Pfingsten ankündigt
Bevor die Festzüge durch Korschenbroich ziehen, ist Unges Pengste schon zu hören: Vom Turm von St. Andreas erklingt das Beiern. Hinter dem vertrauten Rhythmus stehen handwerkliches Können und eine über Generationen weitergegebene Geschichte.
Zu Besuch bei den Beierleuten
Horst Thoren im Glockenstuhl von St. Andreas · Film aus 2021
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Was ist Beiern?
Beim Beiern hängen die Glocken still. Ihre Klöppel werden mit Seilen gezielt gegen die Glockenwand gezogen. So entsteht eine rhythmische Folge von Anschlägen. Anders als beim gewöhnlichen Läuten schwingt also nicht die ganze Glocke. Die Arbeit verlangt Kraft, ein gutes Gehör und viel Gefühl für die schweren Instrumente.
Wer war „Töllesch Anton“?
Die Korschenbroicher Glockenmelodie erinnert an Anton Schmitten. Im 18. Jahrhundert arbeitete er zunächst als Zöllner an der alten Heerstraße beim Schloss Myllendonk und später als Wirt im Lindenhof am Marktplatz. „Töllesch“ bezeichnet den Zöllner. Sein Name blieb mit dem Glockenspiel verbunden und wurde zum Vorbild für spätere Generationen von Beierleuten.
Wie wird das Wissen weitergegeben?
Der Bericht von 2011 beschreibt, wie Rainer Iven die Aufgabe von seinem Onkel Hubert übernahm. Gemeinsam mit Heinz Theo Kempermann und Christoph Küsters führte er die Tradition fort. Die überlieferte Spielweise wird praktisch im Glockenstuhl weitergegeben. Der Film zeigt, wie die Beierleute mit Seilen, Klöppeln und Rhythmus arbeiten.
Warum gehört das zu Unges Pengste?
Das Glockenspiel kündigt die Pfingstfeier an und erinnert zugleich an den kirchlichen Ursprung des Festes. Es ist auch im Korschenbroicher Pfingstlied verankert. Das Beiern gehört zu den Bräuchen, an denen Menschen ihren Ort und ihre Festtage wiedererkennen.